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Initiative Grünbrücke über die A1 bei
Greimerath/ Rheinland-Pfalz |
Die
Ortsgemeinde Greimerath hat die Initiative des
Naturschutz-Bundes Deutschland e.V. sowie des Deutschen Jagdverbandes für
den Bau von sogenannten Grün-, bzw. Wildtierbrücken unterstützt. Insbesondere über den
Landesjagdverband Rheinland-Pfalz bemühte sich die Gemeinde Greimerath für den
Bau der sich nun endlich im bau befindlichen Grünbrücke über die Bundesautobahn
A1 von der Gemarkung Greimerath zur Gemarkung Flußbach (in Richtung
Willwerscheid).
Greimerath liegt etwa zehn Kilometer nordöstlich der
Stadt Wittlich, zugehörig zur Verbandsgemeinde Manderscheid und dem Kreis
Bernkastel-Wittlich. Die Ortschaft befindet sich in unmittelbarer Nähe eines
dichten Waldgebietes und ist nur wenige hundert Meter entfernt von der
Autobahn A1 gelegen. Die für
den Ausbau der Anlage benötigten Flächen werden von der Gemeinde zur
Verfügung gestellt.
Die
begleitende Landschaftsgestaltung im angrenzenden Gemeindewald wird im
Rahmen der Forstwirtschaft durchgeführt.
Ein
ausgesprochener Standortvorteil für den Bau einer Grünbrücke ist die
topographische Situation denn hier befindet sich bereits ein künstlicher
Einschnitt im Gelände, durch den die Autobahn verläuft, so dass die
Überspannung sowohl technisch ohne großen Aufwand als auch kostengünstig
ist.
Die A1,
zwischen Koblenz und Trier, entspricht dem Bautyp einer Barriere- oder
Dammautobahn und durchschneidet hier den sogenannten Grünewald zwischen den
Gemeinden Greimerath und Flussbach. In allen Tallagen zwischen Elzbachtal
und Wittlich gibt es keinerlei Durchquerungsmöglichkeiten für Wildtiere, da
diese vollständig aufgeschüttet wurden.
Seit
Fertigstellung der Autobahn, in den siebziger Jahren, kam es zu einer hohen
Zahl von Autounfällen bedingt durch die starke Querungsrate an Wildtieren.
Schon seit 1980 gab es intensive Bemühungen für die Errichtung eines
Bauwerkes an diesem Standort, das den Wildtieren den Weg über oder unter der
A1 ermöglicht hätte.
Dem
erheblichen Vorkommen an schweren Unfällen wurde dann zunächst insofern
begegnet, als das die Autobahn um 1990 auf einen Streckenabschnitt von ca.
50 Kilometern beidseitig mit einem Wildzaun abgesperrt wurde.
Trotz
der Errichtung dieser beidseitigen Barriere sind von der örtlichen
Autobahnpolizeidienststelle in diesem Bereich Greimerath/Flussbach immer
wieder Autounfälle mit Wildtieren gemeldet worden. Dies zeigt, dass das Wild
nach wie vor versucht einen sehr alten Fernwechsel zu nutzen, der aber nicht
nur dem Rotwild sondern auch zahlreichen anderen Wildtierarten, z.B. dem
Luchs und der Wildkatze als Weg dient.
Dieser
Umstand begründet sich mit einem Blick auf eine Übersichtskarte (z.B. Google
Earth) dieser sehr wald- und wildreichen Gegend. Das Wild zieht aus den
Regionen des heutigen Naturparks Nordeifel in südöstlicher Richtung über
den Kyllwald in den Salmwald über den Kunowald und gelangt über das Flusstal
der Lieser in den Grünewald. Als Besonderheit gilt hier die kurze Verbindung
zwischen Salmwald und dem Kondelwald. Das Wild durchwandert die Bachtäler
bei nur einer Höhenrückenüberquerung und dies genau an der Stelle, an der
die Wildbrücke stehen müsste. Im weiteren Verlauf bewegt es sich dann durch
den anschließenden Kondelwald in südöstliche Richtung, und als in
vergangenen Zeiten eine Moselüberquerung noch möglich war, setzte es seine
Wanderung durch den Soonwald fort und gelangte so in den Pfälzerwald. Diese
Wildtierwanderungen gelten natürlich für beide Richtungen.
Aus
den Schussbüchern der staatlichen Forstämter kann man ersehen, dass genau
entlang dieses „Urwechsels“ die Rückwanderung des Rotwildes in die Eifel,
nach seiner Ausrottung während der bürgerlichen Revolution 1848, stattfand.
Ein weiterer Aspekt, welcher für die
Errichtung einer Grünbrücke am hiesigen Standort spricht, ist die ideale
Lage für die naturwissenschaftliche Erforschung über die Auswirkungen eines
solchen Bauwerkes. Wir befinden uns hier in einer europäischen Mittenlage.
Weiter westlich schließen waldreiche Gebiete aus Luxemburg, Belgien und
Frankreich an, welche bis in die Pyrenäen hineinreichen. Im Osten erstrecken
sich Korridore und Waldgebiete über Mitteldeutschland hoch in den Norden
Skandinaviens sowie über die neuen Bundesländer weit in die waldreichen
Gebiete Osteuropas. Unter diesem europäischen Gesamtkontext betrachtet,
entspräche diese Lage qualitativ dem eines zentralen „Checkpoints“ und
bietet hier der länderübergreifenden Beforschung der Wildtierbewegungen
einen exzellenten Standort.
Auch
wenn seit den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts immer wieder dieser
Bereich für den Bau einer Grünbrücke vorgeschlagen wurde, besteht erst
heute die Möglichkeit auch so genannte Altstraßen mit Wildbrücken zu
überqueren. Nachdem sich in Österreich, sowie vor allem in den östlichen
Mitgliedsstaaten Europas, der Bau solcher Brücken als zweckmäßig für die
Einrichtung von Wildtierkorridoren erwiesen hat, spricht vieles dafür auch
in Deutschland so zu verfahren. Gerade die Untersuchungen im Auftrag des
NABU bieten zudem heute aus wissenschaftlicher Hinsicht fundierte Argumente
dafür. Ein weiterer Aspekt unverzüglich mit der Planung und Durchführung
dieses Bauwerkes zu beginnen war mit Sicherheit die derzeitige Möglichkeit
zur Bezuschussung solcher Bauprojekte durch die Europäische Union. Um den
Bau auf den Weg zu bringen, unterstützen wir die Initiative des Deutschen
Jagdverbandes, hier bei Greimerath, erstmals eine Grünbrücke über eine
vorhandene Altautobahn exemplarisch zu errichten.
Wir appellierten
erfolgreich an
den Umweltminister Herrn Gabriel, sowie den Verkehrsminister Herrn Tiefensee,
dieses Projekt zu begünstigen und zu realisieren.
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